Pallywood revisited

International hat der Vorfall vielfach Beachtung gefunden, in Deutschland war er eher eine Randnotiz, wenngleich eine bezeichnende. „Jüdischer Siedler fährt palästinensische Jungen in Ost-Jerusalem an“, lautete die Überschrift einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP, und der Stern brachte auf seiner Internetseite eine Fotostrecke des Vorfalls, die wie folgt kommentiert wurde: Es sind Bilder, die die ganze […]

Für Araber und andere Tiere

Über die bizarre, laute und höchst aggressive Gruppierung Tierrechtsaktion Nord, die sich mit all ihrer Verve nicht nur den Schlachtern unschuldiger Tiere, sondern auch den Schlächtern unschuldiger Völker widmet – mit anderen Worten: den USA und Israel – und ihre kruden Thesen nun auch auf einem Kongress an der Hamburger Uni auszubreiten gedenkt. VON DER […]

Deutsche Seelenwanderungen

Henryk M. Broder über Edith Lutz aus Sötenich in der Eifel, die Initiatorin der von der israelischen Marine vorzeitig beendeten Aktion Irene: [Sie ist] also nicht nur „deutsche Jüdin“, sondern auch Judaistin, eine Fachfrau fürs angewandte Judentum. Mehr Kompetenz, Israel zu kritisieren, konnte es nicht geben. Ich war beeindruckt, aber nicht überzeugt. Irgendwas störte mich, […]

Eine Farce namens Irene

Hegel, so erinnerte sich Karl Marx zu Beginn seiner Schrift Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, Hegel also habe einmal irgendwo bemerkt, „dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen“. Er habe jedoch „vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce“. Wie treffend diese Beobachtung Marxens oft auch […]

Die Erfindung des österreichischen Volkes

Das Wiener Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog hat im Rahmen seiner Reihe „Talking for Peace“ für den 13. Oktober einen Vortrag des israelischen Historikers Shlomo Sand mit dem Titel „The invention of the Jewish people“ („Die Erfindung des jüdischen Volkes“) angekündigt. In der Einladung stellt das Forum unter anderem die Frage: „Wenn der Mythos […]

Le chaim!

Kaum einer der ungezählten „Israelkritiker“ hierzulande versäumt es, seiner „Kritik“ pflichtschuldig die generöse Versicherung voranzustellen, das „Existenzrecht Israels“ keinesfalls in Zweifel ziehen zu wollen (wiewohl das, was dem anschließenden großen „Aber“ folgt, stets unweigerlich auf die Unterminierung des jüdischen Staates zielt). Doch was heißt da überhaupt „Existenz“? Ruth Hayes hat beobachtet, dass diese Vokabel eine […]

Und täglich grüßt das Murmeltier

Für ein paar Monate hatte Walter Herrmann, als ihm justizielles Ungemach drohte, die antiisraelischen Exponate seiner notorischen Kölner „Klagemauer“ abgehängt und sich mit der Ausstellung vorübergehend von der Domplatte entfernt. Inzwischen ist jedoch alles wieder beim Alten, wie Henryk M. Broder bei einer Stippvisite festgestellt und fotografisch dokumentiert hat. VON HENRYK M. BRODER Neulich hatte […]

No risk, much fun

Der Nahe Osten und die westlichen Medien, oder: Wenn Scheinheiligkeit und das Messen mit zweierlei Maß außer Kontrolle geraten. VON KHALED ABU TOAMEH* Noch immer legen westliche Korrespondenten und Zeitungen zweierlei Maßstäbe an, wenn sie über den israelisch-arabischen Konflikt berichten. Dabei ist es viel einfacher für sie, von Israel aus über Israel zu schreiben und sich […]

No pas(s)aran

Kleine Preisfrage: Warum wohl hat sich kein deutsches Medium für die folgende Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an* interessiert? Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) enthält Bewohnern von Gaza ihre Pässe vor, sagte eine palästinensische Menschenrechtsorganisation am vergangenen Donnerstag. Das Al-Mezan Center for Human Rights hatte im Juni den in Ramallah ansässigen Premierminister Salam Fayyad angeschrieben und ihn […]

Putztausend!

Mit der Hamas reden? Aber ja doch, dachte sich, nicht zum ersten Mal übrigens, die Ulrike Putz. Und zog – ausgerüstet mit Notizblock, Fotoapparat und Kopftuch – los, um für Spiegel Online nach geeigneten Gesprächspartnern zu suchen, die der Judenmörderbande angehören. Die fanden sich rasch und gaben der deutschen Journalistin gegenüber nachgerade Erschütterndes zu Protokoll: […]

Mein Freund, der Baum

Noch eindeutiger hätte die Sachlage gar nicht sein können: Die israelische Armee will im Grenzgebiet zum Libanon sichtbehinderndes Gehölz entfernen, das Terroristen – zuvörderst denen der Hizbollah – im Falle eines Angriffs auf den jüdischen Staat einen gefährlichen Schutz bieten würde. Diese routinemäßigen Rodungsarbeiten werden gegenüber den Vereinten Nationen, genauer gesagt: bei deren im Libanon […]

Ein fieser jüdischer Siedler

Jüdische Siedler sind religiös besessene, rassistische, niederträchtige Araberfresser, die sich jedem Kompromiss notfalls mit Gewalt widersetzen und ohne die der Nahe Osten längst eine Oase des Friedens und der Brüderlichkeit wäre – so oder so ähnlich dürfte sich jedenfalls die hierzulande vorherrschende Ansicht ohne sonderliche Übertreibung zusammenfassen lassen. Judah Ben-Yosef aus Ma’ale Adumim ist eine […]

Eine Projektionsfläche namens „Palistinänser“

Der „LandessprecherInnenrat der Linksjugend [solid] NRW“ wartet mit einer nachgerade revolutionären Forderung* auf, die ihm so wichtig ist, dass er sie sogar in Majuskeln niedergelegt, also virtuell hinausgebrüllt hat: EIN STAAT FÜR PALISTINÄNSER UND ISRAELIS Bereits die eigenwillige Schreibweise des Wortes Palästinenser – die kein Zeichen für einen fortgeschrittenen Analphabetismus sein muss, aber auch nicht […]

Volksgemeinschaft gegen Israel

Einen Monat nach dem von einer israelischen Spezialeinheit beendeten Versuch eines Bündnisses aus Islamisten und europäischen „Friedensaktivisten“, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, hat der Deutsche Bundestag den offenen Bruch mit dem jüdischen Staat vollzogen. Dem Parlament war ein interfraktioneller Antrag zur Entschließung vorgelegt worden, dessen Titel lautete: „Ereignisse um die Gaza-Flottille aufklären – […]

Um zwölfe wird zurückgeniebelt

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Eine kleine Polemik zu Dirk Niebels anmaßendem Auftritt in Israel. Schon der heilige Jähzorn, mit dem Dirk Niebel auf das Einreiseverbot in den Gazastreifen reagierte, ist verräterisch: Die israelische Regierung, empörte sich der Entwicklungshilfeminister und Ex-FDP-Generalsekretär, habe einen „großen außenpolitischen Fehler“ begangen und mache es momentan selbst […]