Eine Projektionsfläche namens „Palistinänser“

Der „LandessprecherInnenrat der Linksjugend [solid] NRW“ wartet mit einer nachgerade revolutionären Forderung* auf, die ihm so wichtig ist, dass er sie sogar in Majuskeln niedergelegt, also virtuell hinausgebrüllt hat:

EIN STAAT FÜR PALISTINÄNSER UND ISRAELIS

Bereits die eigenwillige Schreibweise des Wortes Palästinenser – die kein Zeichen für einen fortgeschrittenen Analphabetismus sein muss, aber auch nicht bloß einem unsachgemäßen Gebrauch der Tastatur geschuldet ist – verrät den Antisemiten. Denn dass es den Linksparteijugendlichen mitnichten um das Wohl und Wehe der von Israel angeblich Unterdrückten geht, zeigt sich schon daran, dass sie sich nicht einmal die Mühe machen, deren Sammelbezeichnung korrekt zu buchstabieren. Die Palästinenser dienen Judenfeinden lediglich als Projektionsfläche für ihre Sehnsüchte, ansonsten sind sie ihnen herzlich egal.

Hinter der Forderung nach einem Staat „für Palistinänser und Israelis“ steckt nichts weiter als der Wunsch, den jüdischen Staat Israel zum Verschwinden zu bringen, zur Not mit den Mitteln der Demografie. (Und was der Antisemit mangels eigener Macht nicht selbst besorgen kann, überlässt er einstweilen jenen, die eher die Möglichkeiten dazu haben.) Juden nämlich sollen in keinem Land auf dem Erdball eine Majorität bilden dürfen und erst recht keinen eigenen Staat haben, sondern gefälligst zusehen, weltweit wieder als Minderheit zurechtzukommen, und sich ohne die Möglichkeit eines bewaffneten Refugiums den Launen und der Willkür der Mehrheit aussetzen. Wohin das führt, ist sattsam bekannt. Selbstverfreilich auch dem „LandessprecherInnenrat der Linksjugend [solid] NRW“.

* Ein Screenshot findet sich hier.

Das Foto entstammt einer Demonstration von Hamas-Sympathisanten in Berlin am 3. Januar 2009. © Association Antiallemande Berlin

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