Zweierlei Wohltäter

Die Polizei und Spiegel Online bitten dringend um Mithilfe:

Fahnder sind deutschen Geldgebern der Hamas auf der Spur. Mehrere hunderttausend Euro sollen aus Deutschland an die islamistische Hamas geflossen sein. Nach Spiegel-Informationen ermittelten Fahnder Palästina und Israel als Ziel der Gelder. Die deutsche Justiz steht nun vor dem Problem, den Geldfluss durch Rechtshilfeersuchen zu klären.

Da steht man als guter Staatsbürger doch gerne mit Rat und Tat zur Seite: Erstens sind es deutscherseits nicht „nur“ „mehrere hunderttausend Euro“, sondern sogar 150 Millionen, bewilligt auf der so genannten Geberkonferenz von Sharm al-Sheikh Anfang März. Und deshalb müssen die Ermittler, zweitens, gar nicht lange nach den Verantwortlichen suchen: Sie sitzen im deutschen Außenministerium. Nichts zu danken.

Doch seltsamerweise wird nicht Frank-Walter Steinmeier (Foto, links), sondern der Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland, Ibrahim El-Zayat (rechts), der „Gründung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug, Bankrott, Erschleichung von Fördergeldern und Untreue“ geziehen. Denn: „In Palästina und Israel soll das Geld an wohltätige Einrichtungen geflossen sein, von wo es danach offenbar weiterverteilt wurde“ – nämlich an die Hamas.

Weshalb El-Zayat dafür nicht mit der Ernennung zum Staatssekretär, sondern mit einem Strafverfahren belohnt wird, will nicht so recht einleuchten. Schließlich kommen seine Spenden auf exakt demselben (Um-) Weg bei den Gotteskriegern an wie die der Bundesregierung. Nun darf man gespannt sein, wie Wolfgang Schäuble seinen zornesroten Gesprächspartnern bei der nächsten Sitzung der Islamkonferenz den vermeintlichen Unterschied zu erklären gedenkt.

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