Feierabendterrorismus

Dass die Ärzte ohne Grenzen notorische Israelhasser sind, ist, zugegeben, nichts Neues. Mögen die Hamas und andere palästinensische Terrorgruppen auch noch so oft und unzweideutig die Auslöschung des jüdischen Staates propagieren und ihn mit Raketen und suicide bombings angreifen (und sich mit Regelmäßigkeit zudem untereinander metzeln) – stets ist es für die engagierten Mediziner Israel, das die Verantwortung für all dies trägt. „Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1989 in den Palästinensergebieten“, heißt es mit einigem Stolz auf der Website dieser NGO, und weiter: „Seit 2000 konzentrieren sich die Mitarbeiter neben der medizinischen Hilfe auf psychosoziale Unterstützung für Menschen mit akuten Traumata. Derzeit arbeiten Teams in Nablus, Hebron und Gaza.“ „Akute Traumata“, aha. Da muss man es dann wohl verstehen, wenn einer der Ärzte-Doktoren die Konsequenzen zieht, wie die Jerusalem Post berichtet:

„Ein Palästinenser aus dem Gazastreifen, der für die humanitäre Organisation ‚Ärzte ohne Grenzen’ arbeitet, wurde verhaftet, weil er ein tödliches Attentat auf [den israelischen] Premierminister Ehud Olmert geplant haben soll. […] Mazab Bashir (25) aus Deir el-Balah nahm seine Arbeit bei den ‚Ärzten ohne Grenzen’ vor fünf Jahren auf.“

Bei einer Befragung durch den israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet habe Bashir (Foto) zugegeben, monatelang Informationen über diverse israelische Politiker gesammelt zu haben. Er habe sich im September 2006 mit der PFLP getroffen, die ihn militärisch unterwiesen habe; das Attentat sei als „Rache für den Tod palästinensischer Zivilisten“ geplant gewesen. Doch es hätten sich unüberwindliche Hürden aufgetan: Olmert sei zu scharf bewacht gewesen, und die ersatzweise in Frage kommenden Knesset-Mitglieder hätten allesamt nicht in Jerusalem gelebt, der einzigen israelischen Stadt, zu der Bashir Zugang gehabt habe. Also sei Plan B in Kraft getreten:

„Im Dezember 2006 beschloss der Doktor, David Be’eri zu töten, den Kopf der Elad-Organisation, einer Gruppe, die in den Erwerb arabischer Häuser in der Altstadt Jerusalems involviert ist. Im gleichen Monat nahm er an einem Nahkampftraining im Gazastreifen teil, um zu lernen, wie man ohne Waffen tötet. Im Januar 2007 reiste Bashir an der Seite der ‚Ärzte ohne Grenzen’ erneut nach Israel ein und begann, Informationen über Be’eri zu sammeln. Weitere Reisen nach Jerusalem unternahm er im Februar und März sowie am 18. April. Am 19. April wurde er verhaftet.”

Bashir sagte laut Shin Bet, er habe eigentlich geplant, neuerlich nach Gaza zu fahren, um sein Nahkampftraining abzuschließen und dabei unter anderem zu lernen, wie man jemandem das Genick bricht. Diese Kenntnisse habe er verwenden wollen, um Be’eri zu töten.

Und was sagt Bashirs Vorgesetzter bei den Ärzten ohne Grenzen zu seinem Mitarbeiter? Dieses: „Wir sind sehr traurig über Bashir, der fast sechs Jahre lang für uns gearbeitet hat. Aber wir möchten klarstellen, dass wir unterscheiden zwischen seiner Arbeit und dem, was er in seiner Freizeit tut.“ Ist schon klar: Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps. Tagsüber Onkel Doktor beim Friedensnobelpreisträger, nach Feierabend Judenmörder; in jedem Fall also ein grenzenloser Arzt. Wer wollte da schon kleinlich sein?

Übersetzungen: Lizas Welt – Hattip: Spirit of Entebbe

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