Hamas und Holocaust

Es ist durchaus nicht so, dass die Hamas immer nur lügen würde. Gelegentlich spricht sie die Wahrheit sogar erfreulich offen aus:

„Die Feinde Allahs wissen nicht, dass das palästinensische Volk seine Methoden des Todes und der Todessuche entwickelt hat. Der Tod ist eine Industrie geworden, in der sich Frauen hervortun, so wie alle Menschen, die in diesem Land leben. Die Älteren tun sich dabei hervor, wie auch die Mujahedin und die Kinder. Das ist der Grund für die menschlichen Schutzschilde aus Frauen, Kindern, älteren Menschen und Mujahedin – sie wollten die zionistische Bombenmaschinerie herausfordern. Es ist, als ob sie zum zionistischen Feind sagten: ‚Wir lieben den Tod, so wie ihr das Leben liebt.’“

Diese Worte entstammen dem Mund von Fathi Hammad (Foto), einem Parlamentsmitglied der Hamas. Jener Partei also, mit der Israel Gespräche führen soll, wenn es nach diversen deutschen und europäischen Nahostexperten und -korrespondenten geht; schließlich ist der Terror der palästinensischen Gotteskrieger bloß „der Versuch, mit dem Spiel über die Bande einem Waffenstillstand mit den Israelis zu erreichen“, wie etwa die Spiegel-Schreiberin Ulrike Putz glaubt. Weshalb Ansprachen wie die von Hammad und „menschliche Schutzschilde“ auf den Dächern von Terroristenhäusern im Grunde genommen verkappte Friedensbotschaften sind, die der jüdische Staat bloß nicht verstehen will.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Putz zu jenen 51,2 Prozent der Deutschen gehört, die in einer Umfrage vor vier Jahren fanden: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Darin wissen sie sich mit der Hamas und anderen Palästinenserorganisationen einig, die bekanntlich nicht genug davon bekommen können, den jüdischen Staat einer Wiederholung der Shoa zu zeihen: Unablässig sprechen sie vom „Gaza-Holocaust“, dem „israelischen Holocaust“ oder dem „zionistischen Holocaust“ und von den Palästinensern als den „Opfern des Holocaust“ oder gar den „Märtyrern des Holocaust“.

Bereits der exzessive Gebrauch dieses Terminus’ verweist darauf, dass es sich um eine vollständig wirklichkeitsfremde Projektion handelt, die letztlich die eigenen Absichten offen legt. Anders gesagt: Die Selbsteinopferung der Palästinenser geht mit dem Wunsch einher, das fortzusetzen, was die Deutschen nicht zu Ende gebracht haben. In Hammads Rede wird das überdeutlich, und der Islamische Djihad führte es sogar wörtlich aus, als er Israel mit einem „Holocaust für den Holocaust“ drohte. Es besteht kein Anlass, solche Ankündigungen nicht wörtlich zu nehmen, und wer darin lediglich „Verzweiflung“ oder Ähnliches erkennt, hat schlicht und ergreifend nicht mehr alle Latten am Zaun.

Dessen ungeachtet straft Israel ein ums andere Mal alle Lügen, die ihm unterstellen, es auf die Elimination der Palästinenser abgesehen zu haben. Das jüngste Beispiel dafür sind die drei palästinensischen Mädchen aus dem Gazastreifen, die in der Nähe von Tel Aviv von israelischen und palästinensischen Ärzten erfolgreich am Herz operiert wurden. Die Mediziner gehören übrigens einer Organisation namens Save A Child’s Heart („Rettet ein Kinderherz“) an, die seit 1996 insgesamt 900 Kinder aus dem Gazastreifen behandelt hat und über 1.000 aus dem Irak und anderen arabischen Staaten, die keinerlei Beziehungen zu Israel unterhalten. So viel zum Thema „israelischer Holocaust“.

Übersetzung: Lizas Welt – Hattip: Spirit of Entebbe

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