Hommage an ein Multitalent

Das Cover der von Jean-Marie Pfaff aufgenommenen Platte »... jetzt bin ich ein Bayer«

Vor einigen Jahren sollte ich für ein Buchprojekt meine ganz eigene, persönliche Bayern-Elf zusammenstellen, nicht – oder jedenfalls nicht nur – aus aktuellen Spielern, sondern vielmehr eine Art »Best of«. Man fängt in solchen Fällen ja doch meistens mit dem Torwart an, einer Position also, auf der die Roten fast immer glänzend besetzt waren. Sepp Maier wäre da natürlich ein Kandidat gewesen, Oliver Kahn ebenfalls. Doch ich habe mich ohne zu zögern für Jean-Marie Pfaff entschieden, den belgischen Nationaltorhüter, der sechs Jahre lang, zwischen 1982 und 1988 nämlich, bei den Münchnern zwischen den Pfosten stand. Mit ihm lösten die Bayern 1987 den 1. FC Nürnberg als deutschen Rekordmeister ab.

Als Jugendlicher habe ich Jean-Marie Pfaff nachgerade bewundert, so sehr, dass ich mir von meinem Taschengeld sogar seine Schlagerschallplatte mit dem Titel »…jetzt bin ich ein Bayer« zugelegt habe. Zu Akkordeonklängen trällerte Pfaff da gemeinsam mit einem Chor unablässig diese vier immergleichen Zeilen:

Ich war ein Belgier und jetzt bin ich ein Bayer
Ich trinke Bier und esse Leberkäs mit Eier
[sic!]
Und jeden Samstag steh ich froh in meinem Tor
und kein Stürmer macht dem Jean-Marie was vor

Eine amüsante, wenn auch musikalisch sicherlich ausbaufähige Mischung aus, sagen wir: unbändiger Assimilationsbereitschaft und strahlendem Selbstbewusstsein war das. Die »Süddeutsche Zeitung« befand sogar, mit diesem Lied habe Pfaff »die Grenzen zwischen Popkultur und Fußball so konsequent zertrümmert« wie kein anderer singender Bundesligaspieler, und »die Rolle des Schlagersängers« habe »nie aufgesetzt« gewirkt. Letzteres darf man mit Fug und Recht grundsätzlich von diesem Mann behaupten: Was immer er öffentlich tat, stets war er auf eine sympathische Art unverstellt und authentisch.

Bei seinem allerersten Bundesligaspiel am 21. August 1982 stand Jean-Marie Pfaff allerdings noch gar nicht so froh in seinem Tor, genauer gesagt: Seine gute Laune hielt nur 44 Minuten lang an. Dann flog einer dieser seinerzeit gefürchteten weiten Einwürfe des Bremers Uwe Reinders direkt vor seinen Kasten. Pfaff sprang hoch, gemeinsam mit seinem Mitspieler Klaus Augenthaler und bedrängt von einem Werderaner, aber er verschätzte sich dermaßen, dass er den Ball nur mit den Fingerspitzen erreichte und ihn in sein eigenes Tor lenkte. Weitere Treffer fielen nicht. Ein unglücklicherer Einstand wäre wohl kaum denkbar gewesen, zumal die Bayern ja gehofft hatten, mit Pfaff endlich ihr Torwartproblem gelöst zu haben, das es seit Sepp Maiers durch einen Autounfall erzwungenes Karriereende drei Jahre zuvor gab. Für die stattliche Ablösesumme von einer Million Mark war der Keeper vom SK Beveren an die Isar gewechselt. Und jetzt das.


Held in der Nachspielzeit

Doch Jean-Marie Pfaff – damals immerhin schon 28 Jahre alt, Nationalspieler seit 1977, Belgiens Fußballer des Jahres 1978 und Vize-Europameister 1980 – ließ sich von diesem Fauxpas nicht unterkriegen. Am neunten Spieltag gastierte der Hamburger SV, in jenen Jahren der Hauptkonkurrent der Bayern im Kampf um die Meisterschaft, im ausverkauften Münchner Olympiastadion. Zur Pause führten die Norddeutschen bereits mit 2:0, aber der FC Bayern egalisierte diesen Vorsprung nach dem Seitenwechsel durch Tore von Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge. Als sich alle schon mit einem Remis abgefunden zu haben schienen, hatte Bayerns routinierter Verteidiger Udo Horsmann urplötzlich einen Blackout: Ohne jede Not hechtete er nach einer Flanke wie ein Torwart. Ob er den Ball tatsächlich mit der Hand berührte oder nicht, konnten die Fernsehbilder nicht zweifelsfrei klären. Schiedsrichter Walter Eschweiler jedenfalls war sich sicher: Er gab Elfmeter – in der 90. Minute.

Ich verfolgte das Spiel zu Hause vor dem Radio und rang um Fassung. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatten die Bayern gegen den späteren Deutschen Meister eine Heimniederlage kassiert, weil es ihnen nicht gelungen war, einen 3:1-Vorsprung ins Ziel zu retten. Kurz vor dem Abpfiff erzielte Horst Hrubesch das 3:4, und ich heulte vor Enttäuschung und Wut. Sollte es nun schon wieder in buchstäblich allerletzter Minute eine Pleite gegen den HSV setzen?

Es dauerte eine Ewigkeit, bis der Elfmeter ausgeführt werden konnte. Auf den Rängen kam es zu Tumulten, auf dem Platz bedrängten einige Bayernspieler den Schiedsrichter, während andere versuchten, Manfred Kaltz, den stets so sicheren Hamburger Elfmeterschützen, aus dem Konzept zu bringen. Paul Breitner lief derweil in die Südkurve und versuchte, die wütenden Bayernfans zu beschwichtigen, von denen einige bereits drauf und dran waren, den Platz zu stürmen. Nach geschlagenen sechs Minuten gab Walter Eschweiler den Strafstoß schließlich frei.

Manfred Kaltz hatten das Tohuwabohu und die Verzögerung in der Zwischenzeit offenkundig verunsichert. Ohne die letzte Überzeugung schob den Ball in die Mitte – und Jean-Marie Pfaff hielt den unplatziert getretenen Elfmeter sicher. Während das Olympiastadion förmlich erbebte, heulte ich wieder – diesmal vor Glück und Erleichterung über den geretteten Punkt. Am Mikrofon des jungen Uli Köhler, der damals beim ZDF arbeitete, erzählte ein sicht- und hörbar aufgewühlter Jean-Marie Pfaff unmittelbar nach dem Spiel mit einem rot-weißen Schal um den Hals und in einem wunderbaren Mischmasch aus Flämisch und Deutsch, wie er den Strafstoß erlebt hatte: »Ich habe ruhig gebleeben« und schon vorher »mit Belgien viele Elefmeters gestoppt, dat maak ick hier ooch«.

Pfaff, das war für mich die reine Leidenschaft und der personifizierte FC Bayern; jedes Gegentor, das er kassiert hat, habe ich als persönliche Beleidigung empfunden. Eine Partie von ihm ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, eine, bei der ich selbst im Stadion war. Saison 1983/84, UEFA-Pokal, zweite Runde, Rückspiel gegen PAOK Saloniki. Der griechische Klub wurde seinerzeit von Pál Csernai trainiert, der nicht mal ein halbes Jahr zuvor noch bei den Bayern auf der Bank gesessen hatte, bevor er kurz vor dem Ende der Saison entlassen und durch seinen Assistenten Reinhard Saftig ersetzt wurde. Das Hinspiel war torlos geblieben, die Bayern hatten sich die Zähne an der PAOK-Defensive ausgebissen. Die (Herbst-)Ferien verbrachte ich mit meinen Eltern und meinem Bruder wie so oft am Ammersee, was mir die Möglichkeit bot, das Rückspiel live im Olympiastadion verfolgen zu können. Und obwohl ich erst vierzehn war, durfte ich nach tagelangem Drängeln und Quengeln alleine dorthin – für mich eine Premiere, und zwar eine, die vor allem meine Mutter noch bereuen sollte.


Das Drama gegen PAOK

Es war ein grauenvolles Spiel an einem kalten, nassen Novemberabend. Der FC Bayern, inzwischen wieder von Udo Lattek trainiert und klarer Favorit, fand erneut kein Mittel gegen Salonikis Betonabwehr; erschwerend kam hinzu, dass Karl-Heinz Rummenigge nach kaum mehr als einer halben Stunde mit einer Verletzung raus musste. Für ihn kam Calle Del’Haye, der später auch ein Tor erzielen sollte, das wegen eines Fouls am griechischen Torwart aber nicht zählte. Nach 90 Minuten stand es immer noch null zu null, also Verlängerung; eine halbe Stunde später das gleiche Bild, also Elfmeterschießen. Mein Tribünennachbar, ein älterer Mann, fragte mich angesichts der vorgerückten Stunde etwas verwundert, wo eigentlich meine Eltern seien. »Die warten am Ausgang auf mich«, log ich ihn an. Ich hatte überhaupt keine Angst, dass mir etwas passiert, dafür aber umso mehr, dass meine Bayern gleich aus dem Wettbewerb fliegen könnten.

Der Schiedsrichter teilte diese Sorge offenbar, denn nachdem PAOK in Führung gegangen war, gestattete er Klaus Augenthaler, Bayerns erstem Schützen, gleich drei Versuche. Die ersten beiden Schüsse konnte Salonikis Torwart problemlos parieren, doch Referee Robinson aus England ließ jeweils wiederholen, weil sich der Keeper zu früh bewegt haben soll. Was regeltechnisch äußerst fragwürdig war und selbst Klaus Augenthaler nach dem dritten und erfolgreichen Anlauf zu einer tröstenden Geste gegenüber dem Schlussmann veranlasste, war mir nur recht. Den zweiten Elfmeter der Roten vergab Dieter Hoeneß kläglich, den dritten verwandelte Wolfgang Kraus mit viel Glück. Als nun endlich die Griechen einmal patzten, gewährte der Schiedsrichter auch ihnen – vermutlich aus Gründen der Konzession – einen erneuten Versuch, der schließlich saß. Norbert Nachtweih versenkte anschließend seinen Schuss, und als der fünfte Schütze für PAOK antrat, war klar: Trifft er, dann ist Bayern draußen.

Dass Jean-Marie Pfaff den Ball mit einer sensationellen Parade um den Pfosten drehte, schrieb ich in diesem Moment alleine meiner Anwesenheit im Stadion zu. Er wusste, dass da oben auf der Tribüne irgendwo ein Vierzehnjähriger sitzt, den man nicht mit einer Niederlage nächtens zurück an den Ammersee schicken konnte. Auch Sören Lerby – mein damaliger Lieblingsfeldspieler – wusste das und knallte die Kugel links oben rein. Nach jeweils fünf Schüssen stand es damit 4:4, und nun schien plötzlich niemand mehr Nerven zeigen zu wollen. Calle Del’Haye, Hans Pflügler, Bernd Dürnberger und Michael Rummenigge gaben sich so wenig eine Blöße wie ihre Kontrahenten auf der Gegenseite. Als die Anzeigetafel nach sage und schreibe 18 Versuchen ein 8:8 vermeldete, hielt Pfaff endlich seinen zweiten Elfmeter, und nach meiner Rechnung gab es nun nur noch einen Münchner Feldspieler, der noch nicht geschossen hatte, nämlich Bertram Beierlorzer. Ihm fiel jetzt die Aufgabe zu, seine Mannschaft eine Runde weiter zu bringen. Doch wohin ich auch blickte – es war kein Beierlorzer zu sehen. Wie sich herausstellen sollte, war er vor lauter Angst in die Kabine geflüchtet.

Damit musste Jean-Marie Pfaff zwangsläufig selbst ran. Ein Torwart, der einen Elfmeter schießt? Und dann auch noch einen (potenziell) entscheidenden? Anfang der achtziger Jahre war das eine noch größere Seltenheit als heute, und so war Pfaff in seiner gesamten Laufbahn bis dahin auch noch nie vom Punkt angetreten. Ich brauche die Aufzeichnung des Spiels nicht, um mich zu erinnern, wie er da kurz vor der Ausführung stand: den Kopf gesenkt, die Arme auf dem Rücken. Schon die Körpersprache verriet die ganze Dramatik des Augenblicks. Ein Pfiff, ein langer Anlauf, ein Schuss wie ein Abstoß – und im rechten Knick schlug es ein. Unten sank Pfaff auf die Knie, oben tat ich es ihm gleich, bevor ich meinem Tribünennachbarn, dem älteren Mann, den ich für diesen Moment zum Vaterersatz machte, in die Arme fiel. Die einstündige Rückfahrt mit der Bahn verbrachte ich wie in Trance, Pfaffs Elfmeter als Endlosschleife im Kopf.

Zu Hause erwartete mich – es war längst nach Mitternacht – meine in Tränen aufgelöste Mutter. Damals verstand ich ihr Problem nicht – wie konnte sie sich bloß Sorgen um mich machen, wo es doch um etwas viel Wesentlicheres ging, nämlich das Weiterkommen des FC Bayern? Wir begannen uns zu streiten, bis sie etwas sagte, das ich bis heute nicht vergessen habe: »Diesem Pfaff schreib’ ich morgen einen Dankesbrief. Ohne den wären die immer noch dran. Und jetzt geh endlich ins Bett.«


Ans Aluminium geguckt

Wenn ich in den Schulferien am Ammersee war, fuhr ich aber nicht nur regelmäßig ins Olympiastadion, sondern auch zur Säbener Straße, um den Bayern beim Training zuzusehen und Autogramme zu sammeln. Die weitaus meisten Spieler kritzelten auf dem Weg von der Umkleidekabine zu ihren Autos eher leidenschaftslos und wortkarg ihren Namenszug auf hingehaltene Trikots, Bälle und Poster, aber Pfaff hatte für die Fans oft ein Lächeln, ein Schulterklopfen oder einen Scherz übrig. Er, der mit elf Geschwistern aufgewachsen war, schon in jungen Jahren zum Lebensunterhalt der Familie beitragen musste und bis zu seinem Wechsel an die Isar neben dem Fußball einem geregelten Beruf nachging, schien auch beim großen FC Bayern nicht vergessen zu haben, aus welchen Verhältnisse er stammte. Seine stets offene und freundliche Art kam an. Wohl vor allem deshalb ist er noch heute nicht nur bei vielen, die es mit dem Rekordmeister halten, so überaus beliebt.

Weil ich ihn so verehrte, erwog ich seinerzeit sogar, vom Feldspieler zum Torhüter umzusatteln. Ein paar Mal erschien ich mit Torwarthandschuhen zum Training des kleinen Vereins im Westerwald, bei dem ich mit mäßigem Erfolg kickte. Doch nach dem dritten oder vierten Versuch zwischen den Pfosten – mit zahllosen unterlaufenen Flanken, missglückten Abschlägen und schlechten Reflexen – nahm mich mein Trainer beiseite und raunte mir zu: »Wenn Jean-Marie Pfaff dich so sehen könnte, würde er vor Verzweiflung in Tränen ausbrechen.« Da verschwanden die Handschuhe auf Nimmerwiedersehen im Schrank. (Mein jüngerer und erheblich talentierterer Bruder dagegen, auch er ein Bayernfan, schaffte es als Keeper immerhin in die Kreisauswahl. Ich hätte kaum neidischer sein können.)

Mit dem FC Bayern wurde Jean-Marie Pfaff unter anderem dreimal Deutscher Meister, darunter war auch der Titelgewinn 1986, der für den Klub bis heute neben der Last-Minute-Meisterschaft 2001 vermutlich der emotionalste ist. Denn in jenem Jahr fingen die Münchner im letzten Spiel noch die Bremer ab, die fast während der gesamten Spielzeit auf Platz eins gestanden hatten. Dabei hatte Werder am vorletzten Spieltag die Riesenchance, bereits alles klar zu machen: Im Heimspiel gegen die Bayern bekamen sie beim Stand von 0:0 kurz vor Schluss einen fragwürdigen Handelfmeter zugesprochen, und ihr etatmäßiger Schütze Michael Kutzop hatte bis dahin in der Bundesliga noch nie einen Strafstoß verschossen.

Doch diesmal traf er lediglich den Pfosten, es blieb beim torlosen Remis, die Entscheidung über die Meisterschaft war vertagt. Und weil die Bremer ihre letzte Bundesligapartie in Stuttgart knapp verloren, während der FC Bayern sein Spiel gegen Borussia Mönchengladbach deutlich mit 6:0 gewann, ging die Schale schließlich doch noch nach München. Jean-Marie Pfaff hatte Kutzops Elfmeter zwar nur hinterherschauen können – aber was heißt »nur«? Ich bin mir bis heute ganz sicher, dass er ihn – knapp vier Jahre nach seinem Eigentor im selben Stadion – sozusagen »ans Aluminium geguckt« hatte. Pfaff und die Elfmeter, das war einfach eine ganz besondere Beziehung.


Rückkehr nach Belgien

Ein Jahr danach hatte der aus Flandern stammende Schlussmann sogar die Chance, den Europacup der Landesmeister zu gewinnen. Doch in europäischen Endspielen fehlte ihm das nötige Quäntchen Glück: So, wie er mit Belgien das EM-Finale 1980 gegen die DFB-Auswahl knapp mit 1:2 verloren hatte, so scheiterte er auch mit den Bayern im entscheidenden Spiel um Europas Krone. Gegen den FC Porto waren die Münchner als klarer Favorit in die Partie gegangen und sahen nach Kögls Kopfballtreffer auch lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch Rabah Madjer mit seinem legendär gewordenen Hackentor und Juary drehten den Spieß binnen zwei Minuten um. Pfaff war bei beiden Gegentoren chancenlos, aber das war natürlich kein Trost.

Ein weiteres Jahr später verließ er den FC Bayern und kehrte zurück nach Belgien, wo er sich Lierse SK anschloss, bevor er beim türkischen Erstligisten Trabzonspor im Sommer 1990 seine Laufbahn beendete. Von der Bildfläche verschwand er jedoch nie – und das ist wörtlich zu nehmen: Ab 2003 strahlte ein belgischer Fernsehsender wöchentlich eine Doku-Soap mit dem Titel »De Pfaffs« aus, in der Jean-Marie Pfaff und seine Familie zu sehen waren. Die Serie war so beliebt, dass sie es auf satte 267 Folgen brachte. Dass er durchaus das Zeug zum Schauspieler besitzt, hatte Pfaff schon 1987 unter Beweis gestellt, als er im Film »Zärtliche Chaoten«, zu dessen Hauptdarstellern unter anderem Thomas Gottschalk, Helmut Fischer und Pierre Brice gehörten, eine Gastrolle spielte.

Für seinen Schlager »…jetzt bin ich ein Bayer« bekam er in Belgien übrigens sogar die »Goldene Schallplatte« überreicht. Er behielt sie jedoch nicht, sondern übergab sie, wie er in einem Interview des WDR erzählte, Papst Johannes Paul II. während einer Audienz, zu der er in Lederhosen erschienen war. Der Grund für diese Spende, so berichtete Pfaff, lag in einem nicht von ihm verschuldeten Autounfall, bei dem eine Nonne getötet worden war. Nein, ein gewöhnlicher Torwart und Mensch war und ist Jean-Marie Pfaff, den Pelé im Jahr 2004 für die FIFA aus Anlass von deren 100-jährigem Bestehen auf eine Liste der besten 125 noch lebenden Fußballer gesetzt hat, ganz gewiss nicht.

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