Emma und die zwölf

„Ist es noch fünf vor zwölf – oder schon später? Sind die Kreuzzügler auf dem Weg zur islamistischen Weltherrschaft noch zu stoppen – und ist die aufgeklärte Welt überhaupt noch zu retten?“ Fragen, die im Wortsinne brandaktuell sind. Fragen, die im sumpfig-islamophilen deutschen Blätterwald gar selten auftauchen. Und Fragen, die nur einer ganz kleinen Minderheit innerhalb der wenigen, die sie zumindest jetzt stellen, bereits vor Jahren unter den Nägeln brannten.

Die, von der das Eingangszitat aus dem Jahr 2002 stammt, beschäftigte die vom Islamismus ausgehende Gefahr schon, als diese Ideologie im Vergleich zu heute noch schwächer und weniger wirkungsmächtig war: Alice Schwarzer, Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift EMMA, die nächstes Jahr ihren dreißigsten Geburtstag feiern wird. Schwarzer wusste stets, was für grausame Konsequenzen der politische Islam zeitigt, was etwa Kopftuch, Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung für ihm ausgelieferte Frauen bedeuten. Nicht wenige Linke und Feministinnen warfen ihr deshalb eurozentristische Anmaßung, wo nicht gleich Rassismus vor.

1994 wurde derlei Unsinn sogar handgreiflich, als vermummte Frauen die Redaktionsräume der Zeitschrift stürmten, die Rechner zerstörten und „einen Haufen realen Mistes“ hinterließen, nebst Flugblättern, mit denen ein im Juli 1993 in EMMA erschienenes Dossier über die wachsende Macht der Islamisten als Ausdruck rechtsradikalen Gedankenguts gebrandmarkt wurde. Redaktion wie Herausgeberin zeigten sich jedoch unbeeindruckt davon und kritisierten auch fürderhin linke Revolutionsschwärmerei und Drittweltromantik – die vor keiner Packelei mit den Gotteskriegern zurückschreckte und noch die gewalttätigsten Ausprägungen des Islam als Insignien einer indigenen Kultur, vulgo: Multikulti-Folklore, mehr als nur klammheimlich bewunderte – als falsche Toleranz.

Auch heute melden sich Alice Schwarzer und EMMA vernehmlich zu Wort, beziehen klar Position für die Veröffentlichung etwa der Mohammed-Karikaturen und gegen selbst ernannte Migrationsforscher, die „Gerechtigkeit für Muslime“ fordern – und dabei im Namen eines vermeintlich politisch korrekten Antirassismus exakt diejenigen attackieren, die dafür kämpfen, sowohl den brutalen Zumutungen des Islam wie auch der Verständnisinnigkeit des Kulturrelativismus entfliehen zu können.

Als am 28. Februar dieses Jahres die französische Zeitschrift Charlie Hebdo und die dänische Tageszeitung Jyllands Posten ein Manifest druckten, das sich gegen die Gefahr eines „neuen Totalitarismus“ in Form der globalen Bedrohung durch den politischen Islam richtete und von zwölf europäischen Autoren, Journalisten und Intellektuellen unterzeichnet worden war, fiel der Widerhall dieses Appells in den deutschen Medien ausgesprochen dürftig aus. Außer einigen Bloggern war es nur noch die WELT, die den Aufruf bekannt machte. Doch nun hat EMMA die Initiative übernommen und das Manifest in der deutschen Übersetzung von Lizas Welt auf ihrer Website platziert. Auch hier gibt es zwölf prominente Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichner – und die Aufforderung, die Erklärung per E-Mail an die Redaktion zu unterstützen.

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