Lizas Welt (II)

Interviews mit Bixente Lizarazu liest man leider nicht so häufig. Für einen dieser raren Momente sorgte der kicker Mitte Januar. Dort begründete Liza, warum er auch mit 36 Jahren noch bei einem Top-Verein spielen kann und auch unbedingt will:

„Eigentlich habe ich genug bewiesen in meiner Karriere, aber es ist eben doch nie genug. Vor einem Jahr hatte ich das Gefühl, dass die Menschen in Frankreich darauf warten, dass es bergab geht mit mir. Aber ich habe ihnen meinen Charakter gezeigt. Jetzt habe ich mir neue Ziele gesetzt.“

Die da lauten: möglichst drei Titel (Champions League, Meisterschaft und Pokal). Und die sind ja auch noch drin, woran Liza seinen unbestreitbaren Anteil hat.

Nein, Philipp Lahm sei kein direkter Konkurrent im Kampf um den Platz in der Viererkette links; vielmehr sei alles eine Frage der taktischen Ausrichtung – souverän, so ein Umgang mit der Tatsache, dass man es mit einem ehrgeizigen Anfangszwanziger zu tun hat, der das erreichen will, was man selbst bereits mehrfach auf der Habenseite des Karrierekontos untergebracht hat.

Dafür geht man dann halt auch mal ein bisschen zurückhaltender zu Werke und bleibt hinten, wenn der Rest zum Angriff bläst:

„Ich denke, dass man nach 33 mit jedem Jahr fünf Prozent seines Potenzials verliert, also musste ich mich auf irgendetwas konzentrieren, das habe ich getan, auf die Defensive. Ich denke, dass ich immer noch für alle, die auf mich zukommen, ein sehr starker Gegner bin.“

Das mit dem starken Gegner unterschreibe ich. Dafür bereitet mir seine Rechnung Kopfzerbrechen. Ab 33 jedes Jahr 5 Prozent weniger? Ich hoffe, das gilt nur für Fußballprofis.

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