Schnitzeljagd in Hitlers Zimmer

Tuvia Tenenbom (links) und Stefan Frank, Oldenburg, 27. Februar 2013

Tuvia Tenenboms Buch »Allein unter Deutschen. Eine Entdeckungsreise« gehört hierzulande zu den meistgekauften Sachbüchern. Gleichzeitig ist der Verfasser – über den die Süddeutsche Zeitung als »der Jude Tenenbom« und ein Gutachter des Rowohlt-Verlags als »jüdischer Hysteriker« spricht – das Ziel wütender Angriffe, die oft von Leuten kommen, die das Buch gar nicht gelesen haben. Für […]

»Augstein hat eine Grenze überschritten«

Rabbi Abraham Cooper (Foto: privat)

Noch immer dauert die Debatte über Jakob Augstein und seine Erwähnung in den »2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs« des Simon Wiesenthal Centers (SWC) an – eine Debatte, in der sich die Grenzen des Unsäglichen in Bezug auf die »Israelkritik« noch einmal derart stark verschoben haben, dass selbst übelste Tiraden gegen den jüdischen Staat äußerstenfalls als […]

Friedlich in die Katastrophe?

Mahmud Ahmadinedjad inspiziert die Atomanreicherungsanlage in Natanz, 8. April 2008.

Während der amerikanische Präsident Barack Obama nicht bereit zu sein scheint, die nuklearen Aktivitäten des iranischen Regimes notfalls militärisch zu unterbinden, hat die israelische Regierung eine rote Linie gezogen und die Möglichkeit eines Militäreinsatzes auf den Frühsommer 2013 datiert. Dann dürfte das iranische Regime über genügend 20-prozentiges Uran verfügen, um daraus eine Bombe herzustellen. Was […]

Hingehen, wo es weh tut

Yfaat Weiss während ihrer Dankesrede im Bremer Rathaus. Bremen, 7. Dezember 2012. © Torsten Schulz.

Mit der Auszeichnung der israelischen Historikerin Yfaat Weiss hat die Stadt Bremen vor allem sich selbst auf die Schulter geklopft. Gleichwohl – oder gerade deshalb – hat sich Torsten Schulz die Ehrung dieser neuesten Kronzeugin der Anklage gegen Israel und die Hintergründe für die Preisverleihung einmal genauer angesehen. VON TORSTEN SCHULZ Alle Jahre wieder lobt […]

Lost in Translation

Wie macht man hierzulande aus Terroristen Friedensbringer und aus Hetzern Pragmatiker? Ganz einfach: mit einer gehörigen Portion Doublethink und einer Prise Newspeak. Lost in Translation: die Herren Haniyya, Maschal und Abbas (von links).

Wie macht man hierzulande aus einem Terroristen einen Friedensbringer und aus einem Hetzer einen Pragmatiker? Ganz einfach: mit einer gehörigen Portion Doublethink und einer Prise Newspeak. Dabei gilt: Je weißer die Hamas und die Fatah gewaschen werden, desto dunkler kann man Israel erscheinen lassen. VON STEFAN FRANK »Simultan zwei gegensätzliche Vorstellungen im Bewusstsein zu haben […]

Einstaatenendlösung

Der feuchte Traum der »Israelkritiker«: die Einstaaten(end)lösung

Die Israelis wollen in wüster Ödnis ein paar Häuser bauen. Statt dies als zivilisatorische Leistung und nach all den Bomben und Raketen des arabischen Terrors konstruktiv als »Aufbau Nahost« zu würdigen, hyperventiliert die Weltgemeinschaft in vervollkommneter Ein- und Niedertracht. VON ARTHUR BUCKOW Unstaat und Gegenstaat Auch die bitterste Wahrheit hat ihren Zeitkern und wird von […]

Propaganda mit Gebühr

Propaganda lässt sich immer noch am besten mit Kindern machen, das weiß auch und nicht zuletzt die Hamas. Zu sehen in der »Tagesschau« vom 18. November 2012.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland begleitet den Krieg der Hamas gegen Israel mit einer regelrechten Desinformationskampagne. Was Propaganda ist, wird von Redakteuren und Korrespondenten mit schlichtem Weltbild als sauberer Journalismus präsentiert – stets zum Nachteil des jüdischen Staates. Stefan Frank hat in seinem Gastbeitrag für Lizas Welt deshalb einen konstruktiven Vorschlag zu machen. VON STEFAN […]

(Un-)Schuld und Sühne

Iranische Demonstranten veranschaulichen anlässlich eines Internet-Videos ihr antisemitisches und antiamerikanisches Weltbild. Teheran, 14. September 2012.

In den ersten Berichten über »Innocence of Muslims« hieß es, der »Film« sei von einem »israelisch-amerikanischen« Immobilienhändler produziert worden, der dafür nach eigenen Angaben »fünf Millionen Dollar« von »hundert Juden« erhalten hatte. Inzwischen weiß man mit Sicherheit, dass eine solche Person nicht existiert. Doch schon von Anfang an hätte jeder Journalist sich durch einmaliges Anschauen […]

Kulturmanagement und Grabschändung

Kulturmanagement und Grabschändung: Never mind the Adorno – here’s the Judith Butler

Dokumentation eines Beitrags der Gruppe Morgenthau anlässlich der bevorstehenden Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises der Stadt Frankfurt an Judith Butler am 11. September 2012 in der Paulskirche. VON DER GRUPPE MORGENTHAU (FRANKFURT AM MAIN) Die Stadt Frankfurt ehrt Judith Butler mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis des Jahres 2012 als »eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit«. »Für Fragen über Identität […]

Zombies im Sommerloch

Deutsche Medien über Mitt Romney: Wie ein publizistisches Botnetz

Dass der Besuch des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney in Großbritannien, Polen und Israel die Finsterlinge in deutschen Redaktionen fuchsteufelswild machen und all ihren Hass nach oben spülen würde, konnte man erwarten. Etwas überraschend war aber, dass, von einigen Nuancen abgesehen, alle den genau gleichen Text veröffentlichten – so, als wären sie Teil eines publizistischen Botnetzes. […]

Der Vatermord der Grassdeutschen

Die neue Zeit hat ihren neuen Jargon, da stört das desavouierte Raunen des Alten. Wir erleben: den überfälligen Vatermord der Grassdeutschen. — Von Grass gestiftetes, mit einem Graffito versehenes Denkmal, Göttingen, 7. April 2012.

Über die medialen Anstrengungen zur Rettung der »Israelkritik«. VON BORIS YELLNIKOFF Deutschland empört sich. Und alles ist gut. Ein nobelbepreister greiser Dichter, kein Geringerer als ein Säulenheiliger der Nation, vergeht sich an Sprache und Staatsräson, und eine Welle der Empörung schlägt ihm entgegen. Das Land – sein Land! –, es zeigt sich undankbar, trotzdem er […]

Advocatus Grassi

Soll ich darauf plädieren, dass Grass aufgrund einer Demenz unzurechnungsfähig ist, und zum Beweis das Fernsehinterview mit Tom Buhrow präsentieren? Das ist mir zu einfach. Ich verfolge einen anderen Plan.

Der arme Günter Grass! Nicht genug damit, dass die gleichgeschalteten deutschen Medien über ihn hergefallen sind – jetzt hat Israel, das der Dichterdenker doch zu seinen besten Freunden zählt, auch noch ein Einreiseverbot gegen ihn ausgesprochen. Dabei hat Grass sich in Wahrheit sogar um die Sicherheit des jüdischen Staates verdient gemacht. VON STEFAN FRANK Wenn […]

»Bewegungskunst« und ihre »Lösungen« (II)

Screenshot der Startseite der »Berlin Biennale«

Zweiter und letzter Teil einer Kritik der kommenden Berlin Biennale. (Zum ersten Teil geht es hier.) VON WERNER FLEISCHER Der Antisemitismus in Polen, durch den nach 1945 bis in die 1970er Jahre die nach der Shoah in Polen verbliebenen Juden gezwungen wurden, das Land zu verlassen; die Pogrome und Verfolgungen von 1918 bis 1939; die […]

Was gesagt werden muss

Der Günter fühlt sich ganz verwegen, der Greis ist wieder jung, vital. Die Lösung einst ging zwar daneben, versuchen wir’s halt noch einmal!

Gedicht für Günter (unterstufenlyrisch) Mit letzter Tinte ächzt der Alte in ungereimter Poesie: Dass die sich nicht mehr schlachten lassen, verzeihe ich den Juden nie. Der Jude will Atomraketen. Der Jude will den Weltenkrieg. Der Jude will uns alle meucheln. Am Ende droht des Juden Sieg! Da muss man doch was machen können, und wenn […]

»Bewegungskunst« und ihre »Lösungen« (I)

Screenshot der Startseite der »Berlin Biennale«

Hierzulande besteht ein Konsens darüber, dass Kunst als Mittel der Ästhetisierung des Politischen zu einer Politik des Gedenkens Deutschlands an sich selbst beitragen soll, an den »Unstaat« (Franz Neumann) der Volksgemeinschaft, dessen Hauptanliegen die Vernichtung der Juden war. Das schafft mitunter Probleme, einen Legitimationsbedarf, und braucht ein bestimmtes Kunstverständnis. Teil 1 einer Kritik der anstehenden […]

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