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Karate Kid

14. September 2006 von Lizas Welt

Elektronische Post am heutigen Nachmittag für Lizas Welt von Jürgen Cain Külbel – dem alten Kriminalisten, Kommunisten und Karatekämpfer, dem treuen Freund des Muslim-Marktes, dem geistigen Schulterschließer mit dem Islamismus und dem in jeder Hinsicht rasenden Reporter des Zentralorgans des deutschen Antiimperialismus – zu dem gestern auf diesem Weblog veröffentlichten Beitrag Im Irrenhaus der Hizbollah (Orthografie, Interpunktion, Syntax etc. im Original):

Ehrenwerteste,

am besten hat mir vom dem Luststück die Überschrift gefallen: „Lizas Welt“. Sie sollten unter die Menschen und in die Länder gehen, sonst sortieren Sie die nur noch in pro und contra ein; wie im Märchen mit dem Aschenputtel – die Guten und die Schlechten.

Allerdings tut es mir aufrichtig leid, daß Ihnen Ihr Hass so enge intellektuelle Grenzen setzt. Auch entnehme ich dem Text, dass Sie schon mit Nasrallah gesprochen haben und fertig sind, mit den Menschen da unten generell, den Schiiten, den Maroniten, den Drusen etc.

Habe ich Sie im Frühjahr in der Levante übersehen auf einer der regelmäßigen gemeinsamen Großveranstaltungen von christlich-orthoxen, muslemischen und anderen Gläubigen, die in Friede und Eintracht leben und feiern, deren höchste Würdenträger Freunde sind?

Übrigens: Der Sadist Bashar Assad hält nach wie vor das Eigentum der durch die infolge der von den Zionisten entfachten Kriege aus Syrien ausgewanderten Juden in Verwahrung. Anders als in Deutschland, wie mir der Großmufti Dr. Hassoun versicherte, steht es denen bei Rückkehr sofort zur Verfügung. Irgendwie unterscheiden die zwischen Zionismus und Judentum; aber ganz straff, kann ich Ihnen sagen. Aber ich bin mir sicher, das will in Ihrem Kreis gar keiner wissen wollen. Da stürzt eine sehr künstliche Welt zusammen, die auf herbei polemisierten Füßen steht.

Entspannen Sie sich.

Jürgen Cain Külbel

Syrien also quasi als die Schweiz des Nahen Ostens, die den „ausgewanderten Juden“ ihren arisierten, Verzeihung: arabisierten Besitz zurückerstattet, sobald die „Zionisten“ aufhören, Kriege zu „entfachen“ – chapeau und Gehirnakrobat schööön! Aber ganz so entspannt, wie er sich gibt, ist Külbel wohl doch nicht. Kurz nach der ersten E-Mail folgte nämlich die zweite:

Sehr geehrte Frau Liza,

auf diesem Weg darf ich Ihnen anzeigen, daß Ihr Text meine Persönlichkeitsrechte verletzt. Ich muß es nicht dulden, dass Sie mich, der journalistische Tagesberichterstattung macht, wie unten zitiert beschreiben und abstempeln und zudem in die Nähe von „Judenhassern“, wie Sie sich im Text ausdrücken, stellen wollen. Ihnen steht es auch nicht zu, mein Seelenleben in Bezug auf irgendwelche Opfer zu analysieren und Ihre privaten Schlussfolgerungen zu publizieren.

Ich fordere Sie daher auf, sich mir gegenüber und zu meinen Händen (Email genügt) zu verpflichten, es bei Meidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu bestimmenden Vertragsstrafe, die ggf. vom zuständigen Landgericht zu überprüfen ist, zu unterlassen, in Bezug auf mich, Jürgen Cain Külbel, zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten und/oder veröffentlichen und/oder verbreiten zu lassen:

„Nasrallahs deutsche Freunde – heißen sie nun Jürgen Cain Külbel oder Deutscher Friedensrat e.V. – wird das wenig scheren. Empathie für die Opfer des islamistischen Terrors kennen sie nicht. Nicht am 11. September und nicht an einem anderen Tag. Ganz im Gegenteil.“

Wegen der Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage sehe ich Ihrer schriftlichen (Email-) Erklärung bis morgen, Freitag, 15.9.2006, 14 Uhr entgegen. Wir versuchen es vorerst auf diesem Wege. Ansonsten erhalten Sie ein Schreiben von meinem Anwalt.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Cain Külbel

Ein deutscher Freund der Hizbollah will – warum auch immer – nicht ein solcher genannt und auch nicht in die Nähe derer gerückt werden, bei denen er sich als Kommunist sonst eigentlich immer ziemlich wohl fühlt (wie war das noch gleich mit dem Interview mit „Muslim-Markt“? Es war ihm „Ehre“ und „Vergnügen“ zugleich!). Doch nun möchte Külbel von Lizas Welt also bis morgen eine Unterlassungserklärung sehen, widrigenfalls zwar nicht die Bekanntschaft mit seinen Karatequalitäten, immerhin aber die mit der Jurisprudenz drohe – hoffentlich wenigstens auf der Grundlage des bürgerlichen Rechts und nicht der Sharia. Dummerweise bleibt jeder Versuch, sein Anliegen nachzuvollziehen, erfolglos: So sehr man auch im Internet sucht – man stößt immer nur auf neuerliche Belege für das, was er – notfalls juristisch – unterbinden lassen will. Es sei denn, man betrachtet etwa Külbels Brief an Salomon Korn – in dem er Israels Verteidigung gegen die Hizbollah zu einem „verbrecherischen Angriffskrieg“ umlügt, der „uns Nachgeborenen“ eine „leise Idee von der Barbarei des Dritten Reichs“ gebe, und in dem er sich vor den „allerorten ausgelegten Fußangeln des Antisemitismus“ fürchtet, in die er gleichwohl mit Verve und Vergnügen läuft – als gut gemeintes und nur etwas tölpelhaft geratenes Mitgefühl mit denen, deren Vernichtung Nasrallahs Wahnsinnige lieber heute als morgen in die Tat umsetzen würden. So viel Distanz zu den Judenhassern möchte man Külbel dann aber doch nicht unterstellen.

Immerhin haben seine E-Mails einen gewissen humoristischen Wert, und das hat ihm Lizas Welt denn auch in einem Antwortschreiben mitgeteilt, verbunden mit der Bitte, doch wenigstens so pietätvoll zu sein und dem guten alten Karl Marx nicht noch im Grab Schmerzen zu bereiten, indem er das Packeln mit den Feinden der Aufklärung kommunistisch nennt. Ein wohlmeinender Ratschlag also – doch den konnte Külbel einfach nicht hinnehmen:

Sehr geehrte Herr/Frau Liza,

nach dieser Email, die Sie mir sandten, machte sich eine Rücksprache mit meinem Rechtsanwalt erforderlich. Ich muß mir diesen Inhalt nicht gefallen lassen. Daher biete ich Ihnen auf sein Anraten und sozusagen auf friedlichem Wege an, auf eine Anzeige wegen Beleidigung zu verzichten, so Sie den von mir mokierten Blogg umgehend, d.h. heute bis 20 Uhr löschen. Sollte keine Löschung erfolgen, werden beide Angelegenheit zügig und getrennt verfolgt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Cain Külbel

Bis zur Tagesschau also? Und dann gleich das ganze Blog? Manchmal kommt man sich wirklich vor wie in der Narrenanstalt. Dann doch lieber die „zügige“ und „getrennte“ Verfolgung. Aber bitte durch die Klassenjustiz, nicht durch die Karate Kids.

Fortsetzung folgt: Cain the Brain

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